Detaillierte Kritik an den USA
Denkende Menschen in Europa und der Schweiz, nicht nur
Zeitungsredaktoren, machen sich sorgen über die US-Politik und die
kriegstreibenden Aussagen ihres Präsidenten. Der Statistische Dienst des DEZA
beziffern für das Jahr 2000 die Bevölkerung der USA auf 275.27 Millionen
Einwohner und für die Schweiz 7.19 Millionen an. Das Bruttosozialprodukt (BSP)
der USA betrug in diesem Jahr 9929 Mrd. Dollar, gegenüber 258 in der Schweiz,
das sind 36056$ pro Kopf in den USA, gegenüber 35883$ und Kopf für die Schweiz.
Praktisch gleich viel und daher trefflich geeignet Quervergleiche anzustellen.
Öffentliche Entwicklungshilfe:
USA 9.955 Mrd. Dollar gegenüber 0.890 der Schweiz für das Jahr 2000.
Das sind zwar absolut 11-mal mehr aus den USA, jedoch nur 0.10 Prozent des BSP,
gegenüber 0.34 Prozent der Schweiz, oder 36.15$ pro Kopf (USA), gegenüber
123.78$ (CH).Die Schweiz leistet pro Kopf knapp dreieinhalbmal mehr an die
Dritte Welt als die reiche USA. Die USA figurieren am Ende der Statistik der 22
Nationen, auch wenn sie im Vorfeld der UNO-Konferenz im März 2002 in Monterrey
eine schrittweise Aufstockung von 10 auf 15 Mrd. versprochen haben. Die USA
müssten 34 Mrd. Dollar für Entwicklungshilfe einsetzen, um mit der Schweiz (auch
kein Musterknabe) gleichzuziehen. Um den Durchschnitt der Nationen zu erreichen,
wäre dies sogar 40 Mrd. Dollar. Die USA müssten auch gefälligst aufhören, ihre
Hilfe an imperialistische Bedingungen zu knüpfen! Zwei Staatschefs kommentierten
die US-Hilfe nach Monterrey als ein „erniedrigendes und interventionistisches
Almosen“ und „halten die aktuelle Weltordnung langfristig nicht für tragbar“ (ZT
23.03.02).
Statistik der 22 Nationen für 2001:
Spitzenrang Dänemark: 1.599 Mrd. Dollar= 1.01 Prozent des BSP; CH:
0.908 Mrd. = 0.34 Prozent; Schlussrang USA 10.884 Mrd. = 0.11 Prozent;
Durchschnitt: 0.4 Prozent des BSP.
Militärausgaben:
Die Militärausgaben werden in Relation zum Bruttoinland-Produkt (BIP)
angegeben. Das BIP für das Jahr 2000 war nach DEZA für die USA 9837 Mrd. Dollar
gegenüber 239.76 für die Schweiz. Die Militärausgaben beliefen sich im Jahre
2000 für die USA 280.8 Mrd. Dollar, oder 2.8 Prozent des BIP, gegenüber 5.004
oder 1.2 Prozent in der Schweiz (VSB-Recherche). Dagegen sind die allgemeinen
Aufwendungen des Staates in der Schweiz ca. 28 Prozent des BIP, während diese in
den USA unter 20 Prozent liegen (DEZA). Resultat: Zum Beispiel 40 Millionen US
Bürger ohne Krankenkasse!
Nachdem der Krieg gegen die „Achse des Bösen“ proklamiert wurde, haben der Senat
und das Repräsentantenhaus ein Militärbudget von 344 Mrd. Dollar für 2002
gebilligt (SF Text 03.10.01), während der Finanzplan des VSB 4.921 Mrd. Dollar
vorsieht. Das sind 1249$ pro Kopf für die USA und 684$ für die Schweiz. Aber
offenbar genügen diese Milliarden immer noch nicht für den Krieg gegen die
Völker, für das Halten des Besitzstandes und die Eroberung der neuen Öl- und
Gasquellen im ehemaligen Sowjetimperium in Zentralasien. Bush hat vom Kongress
eine Aufstockung des Verteidigungsbudgets um 15 Prozent auf 370 Mrd. Dollar
gefordert. Das Volumen des weltweiten Rüstungsmarktes belief sich im Jahr 2001
auf 240 Mrd. Dollar. Analysten der Investbank Morgan Stanlay prognostizieren der
US-Rüstungsindustrie jährliche Umsatzsteigerungen von 10 Prozent und Gewinne von
mindestens 15 Prozent bis 2005 (Finanz und Wirtschaft 16.02.02).
Abrüstung und Personenminen:
Beim geplanten Ausstoss an Kriegsmaterial heisst Abrüstung für die
Amerikaner Verschrottung der alten Waffensysteme und Ersatz durch neuere, noch
effizientere. Wen wundert es da, wenn, im Gegensatz zur ganzen Welt, Amerika die
UNO-Konventionen für das Verbot der Personenmienen 1997 nicht unterzeichnet hat
und im Schlepptau Israel, Russland und China ebenfalls nicht. Profitgier und
Weltdomination sind wichtiger als die Beine und Arme der grausam verstümmelten
Menschen irgendwo ausserhalb Amerikas.
Menschenrecht und Genfer Konventionen:
An der UNO-Konferenz über die 4. Genfer Konvention zum Schutz der
Zivilbevölkerung boykottierten drei der 189 Vertragsstaaten die Konferenz: die
USA, Israel und Australien (SF Text 06.12.01). Kritische Aufarbeitung der
Geschichte fordern die USA von allen andern, nur nicht von sich selbst. Wir
wollen nicht von den Indianern und Schwarzen Amerikas sprechen, das wäre ein
Buch für sich.
Vietnam:
22 Mio. Tonnen abgeworfene Bomben und 40 Mio. Liter aus der Luft
versprühtes, Dioxin enthaltendes Agent Orange haben diesem, um seine
Unabhängigkeit kämpfenden Volk ein millionenfaches Seveso hinterlassen. Auch
mehr als ein Vierteljahrhundert nach Kriegsende erleiden jährlich immer noch
zahlreiche Vietnamesinnen Fehlgeburten oder bringen schrecklich entstellte
Kinder zur Welt. Kreaturen die kaum mehr menschenähnlich erscheinen: Gesichter
ohne Augen und Ohren, von Geburt auf fehlende oder fürchterlich verstümmelte
Gliedmassen. Nicht wenige der Besucher, die je einer der über 30 Spezialkliniken
eine Visite abstatten, in welchen heute ein Teil der landesweit auf über eine
Million geschätzten Agent-Orange-Opfer lebt, werden danach nächtelang von
Alpträumen heimgesucht. Regierungsmitglieder in Hanoi fordern seit Jahren von
den USA eine Kostenbeteiligung. Bis heute vergebens! (NZZ 12.03.02)
Palästina:
Die jährliche Militärhilfe an Israel beläuft sich auf über 2 Mrd.
Dollar und es sind amerikanische Flugzeuge und Kanonen, die gegen ein um seine
Unabhängigkeit kämpfendes Volk eingesetzt werden. Die Amerikaner lassen einen
langsamen Genozid gegen ein unschuldiges Volk zu. Israel ist aber, nach
amerikanischer Definition, ein „Schurkenstaat“, der Raketensilos mit Atom-,
Chemie-, und biologische Waffen hat und dessen U-Boote mit Nuklearkapazitäten
schon bald im Indischen Ozean auftauchen könnten (NZZ 18.06.02). Der
US-Präsident hat sich in der UN-Vollversammlung für die Bildung eines Staates
Palästina ausgesprochen. Die Palästinenser verlangen „Taten statt Worte des
US-Präsidenten“ (n-tv Teletext 11.11.01). – Bush schwätzt seit dem 2. Oktober
2001 vom Palästinenserstaat und er schwätzt immer noch und wird weiter
schwätzen, exklusiv mit „Papa Bär“, wie der präsumierte Kriegsverbrecher Scharon
liebevoll vom US-Vermittler betitelt wurde (n-tv-Text 27.01.02).
Irak:
Die Schrecken des Golfkrieges sind auch heute den meisten in ihrem
Ausmass noch nicht bekannt. Bei etwa 110'000 Luftangriffen starben eine
Viertelmillion Irakis, darunter nach vorsichtigen Schätzungen 150'000
Zivilisten, Kinder, Frauen, Männer (Presseclub Schweiz 19.11.01). Und rund
500'000 Kinder starben auch infolge des UN-Wirtschaftsembargos (Zeit-Fragen
05.11.01).
Internationaler Gerichtshof:
Allein auf 35 Staatsoberhäupter liess die US-Regierung seit 1945
Attentate organisieren. Einige wenige kamen mit dem Schrecken davon., die
anderen wurden umgebracht (Presseclub Schweiz 19.11.01). Wer wundert sich bei
dieser Sachlage, dass die USA und im Schlepptau Israel den Internationalen
Gerichtshof nicht oder nur mit Einschränkungen anerkennen? „Die USA wollen
nicht, dass ihre künftigen Regierungsmitglieder und Generäle jemals der
Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs unterstellt werden. Jetzt
werden sie zum Gegner Nummer eins der internationalen Rechts – einfach nur
deshalb, weil das Recht auf sie anwendbar sein könnte“. (SF-Text 01.07.02)
Urteil der Welt:
Man kann Bin Laden kaum widersprechen. Die Plutokratenclique in den
USA ist verantwortlich für Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg gegen die freien
Völker (Presseclub). Die amerikanische Rüstungsindustrie will produzieren und
Gewinne kumulieren, ohne Rücksichtig auf die Opfer in aller Welt. „Der
Vorsitzende des Friedensnobelpreises hat die USA und ihre Verbündeten vor einer
Ausweitung des Anti-Terror-Krieges auf andere Völker gewarnt. Sollte der Erfolg
in Afghanistan eine Ermutigung zu Angriffen auf Somalia, Sudan, Jemen oder Irak
sein, <haben wir wohl nur den Anfang einer Katastrophe gesehen>, sagte Gunner
Berge zum Abschluss eines dreitägigen Symposiums von Friedensnobelpreisträgern
in Oslo“ (SF Text 08.12.01).
Schwedens Regierung hat die Nahostpolitik von US-Präsident Bush als „dumm“ und
„wahnsinnig“ kritisiert. Aussenministerin Lindh erklärte unmittelbar vor einem
Treffen mit ihren EU-Kollegen zur Nahostkrise im Rundfunk in Stockholm, sie sei
über die Gleichstellung des Palästinenser-Präsidenten Arafat mit Terroristen
durch Bush „ausgesprochen beunruhigt“. Die Einordnung sei „sachlich falsch, dumm
und gefährlich“. Es sei „reiner Wahnsinn“, dass die USA den israelischen
Regierungschef Sharon für seine Politik der Gewalt belohnten (ZDF-Text
28.01.02). Der iranische Präsident Mohammed Chatami hat die EU aufgeordert, die
USA wegen ihrer „kriegshetzerischen Politik“ zu isolieren. Europa sollte sich
Kriegstreibern entgegenstellen, die unter dem Vorwand einer Kampagne gegen den
Terrorismus die Welt in Richtung Krieg und Gewalt steuern wollen (SF-Text
12.06.02). Und der ehemalige Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat der
Demokraten, AL Gore (der übrigens mehr Stimmen machte als Bush) sagte kürzlich „
die Welt fürchtet sich heute mehr vor Amerika als vor dem Terrorismus“.
Dazu gibt es nichts mehr hinzufügen. 100 Mrd. Dollar in die Völker investiert,
brächte ein gutes Stück Frieden, 370 Mrd. in das Militär bringt Krieg.
Pragmatische Lösungsansätze heisst für die USA Planung militärischer Gewalt. Die
neue Strategie der US-Administration: Prävention statt Abschreckung, wer die USA
potenziell bedrohen könnte, wird angegriffen! Damit ist klar, wer die Welt mit
ihrer Machtpolitik regiert und beherrscht.
18.07.02 ZTB jz, Zofingen / hus