Von: KFKOKZuhause [KFKOK@gmx.ch]
Gesendet: Montag, 1. Januar 2007 17:25
An: hanspeter@widmers.info
Betreff: AW: ReiseberichtDezember2006
Reisebericht: Dezember 2006 Iris und H.P Widmer
Reise: Iris und H.P Widmer Abfahrt 26.12.2006 / 31.12.2006 Wiederankunft in der Schweiz.
Reisegrund:
1. Verteilung besprechen der 50 El. Spitalbetten und div. Material
mit Gesundheitsamt Transkarpazien. Verteilliste erstellen.
2. Baron 1 Uzhgorod besuchen, beachten was mit der Miniklinik gemacht wurde.
3. Besuch Prof. Serge. Infekt - Klinik
4. Diverses
Anwesende von unserer Seite:
Aliona KFKOK Koordinatorin, neu Festangestelle KFKOK Schweiz
Rene Bardetscher KFKOK Verbindungsstelle
Ukraine Schweiz, Unterstützung von Aliona
Iris Widmer KFKOK International Aktuarin
H.P Widmer KFKOK International Präsident
1. Gesundheitsamt Transkarpazien
Treffen mit Herr Sekresch, Gesundheitsamt Transkarpazien
30.12.2006 1400 bis 1630 Hotel Uzhgorod
1a. Herr Sekresch erzählte wie die Verteilung der letzten Lieferung der 24
Tonnen Hilfsgüter erfolgte. Es wurde alles verteilt. Dem Baron 1 (Klinik 13)
hat er selber die Ware gebracht mit LKW. Leider hat man ihm keine
Empfangbestätigung unterschrieben. Leider wurde die Klinik auch noch
nicht fertig gestellt. Hier müssen wir daran bleiben, wichtig was folgt
betreffs Aliona .
1b Man hat die nächste Lieferung besprochen. Diese wird im März weg gehen,
Wir mieten ein LKW, orgainsiert von Arno (Fahrer noch suchen) dann fährt man
dahin und verteilt die Ware, wenn die Verzollung abgeschlossen ist. Die Ware
wird ins Zollfrei Lager gehen bis die Verteilung erfolgt.
Betreffs dem Standort der Elektr. Spitalbetten hat man diese den Aufwachstationen, in Spitäler wo
operiert wird, zugeteilt. In folgende Spitäler
Städisches Spital von Uschgorod 10 Stk.
Regionalspital Uzhgorod Reamination 5 Stk.
Traumatologie 5 Stk.
Neurochirurgie 5 Stk.
Tuberkulose 5 Stk.
Mukaschowo Spital Operation Aufw. 5 Stk
Chust Operation Aufw 5 Stk.
Tjaschiv dito 5 Stk.
Rachiv dito 5 Stk.
Speisewagen Rostfrei 5 Stk. Kardiologie, Spezial Patientenstühle
Empfänger der Ware: Gesundheitsschutzverwaltung
Ukraine
88000
1c Herr Sekresch erzählte uns auch, dass er gerade in Kiev war. Er bekam 2 Mio. Krifna von Kiev für Ambulatorien in den Aussenbezirken, dass man schwangeren Frauen helfen und erste Hilfe viel besser leisten kann. Er war ganz aus dem „Häuschen“ vor Freude weil er es fast nicht verstehen konnte, dass man jetzt so spendabel ist was man früher nie war. Wir waren sehr froh zu hören, dass der Staat jetzt mehr anbietet als noch vor einem Jahr.
Wir vereinbarten auch, dass wir noch in der ersten Hälfte 2007 eine Reise planen, wo er und seine Vorgesetzten des Gesundheitsamtes in die Schweiz können, damit wir Spitäler, Müllanlagen, Abwasser u.s.w ansehen gehen können. ( Dies ist sehr wichtig, dass das Interesse ihrerseits enorm gross ist wirklich alles zu tun, um ihre Situation zu verbessern)
2. Präsident Transkarpatien Romas Baron 1
Besuch beim Baron 1. 30.12.2006 ab 1700. Der Baron hat uns äusserst freundlich und sehr zuvorkommend empfangen. Er erzählte von der Lieferung des Gesundheitsamtes. Es stimme genau überein, was wir jetzt von der Miniklinik 13 hörten. Der Baron sagte, dass er einen Antrag stellt an den Staat, dass ihm 2 Aerzte zur Verfügung gestellt werden. Er habe aber noch keine Antwort. Wir werden hier mit der Gesundheitsbehörde intensiv reden müssen, dass das klappt.
Wir haben mit Baron diverses besprochen und vor allem ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass es uns am Herzen liegt, dass wir Möglichkeiten finden müssen, damit seine Leute Geld verdienen können. Heute sind seine Leute für die Strassenreinigung und den Müll zuständig. Man redete darüber, dass auch die PET Flaschen sammeln, ein Thema wäre. Doch wir haben uns eigentlich vom Verein KFKOK dafür eingesetzt, dass wir gerne etwas finden wollen, damit für die Romas etwas gefunden wird, was ihnen einen höheren Stellenwert einräumt. Etwas, das die andern nicht können, etwas für das sie gebraucht werden, d.h wir müssen, werden und wollen etwas finden, das sie angesehener macht. Der Baron hatte grosse Freude an dem Gespräch. Wir müssen nun nur besorgt sein, dass das was wir sagen, nicht nur eine Rede, sondern auch ein Handeln ist.
Doch ganz wichtig war für uns zu erkennen, dass unsere Hilfe gegenüber den Romas und nicht nur den Romas, auch den Ukrainern, sehr ernst genommen wird. Es macht den Anschein, dass wir als eine Brücke der beiden Menschentypen, eine wichtige Rolle eingenommen haben.
Der Baron erzählte einiges, was er auch Politisch macht. Er sagte auch, dass er der Präsident der ganzen Transkarpazischen Romas Vereinigung ist, d.h. er ist eine sehr wichtige Person für die Brücke. Wir gaben im Geld für Portos, dass er sich noch mehr dafür einsetzen kann. Wir gaben auch Kleider, vorwiegend Winterkleidung.
Nun wir fragten auch wegen dem Baron 2. Hat er Beziehung zu denen? Er meinte, warum wir das fragen, und kam, ohne dass wir etwas sagten, auf das Thema Strom zu reden. Man habe denen ab und zu den Strom abgestellt. Er habe ihnen dann die Stromzählern bezahlt; nicht den Strom, den müssen sie selber zahlen, aber die Zähler. Wir fragten dann, was der Strom koste und er wusste es nicht. Aber er rief sofort den Baron 2 und sagte dann, dass sie in der Regel pro Haus 30 Krifna zahlen müssen, manchmal, wenn sie lange nicht zahlen, eben 3 Monate zahlen müssen, dann sei es etwa 100 Krifna. (CHF 25.-) Aber seither sei der Strom nicht mehr abgestellt worden.
Wir werden das Thema aber weiter verfolgen mit Aliona sobald sie kein 2. Arbeitsplatz mehr hat, damit sie genug Zeit hat dafür.
Infektklinik Prof . Serge
3. Klinik von Prof. Sergej Turanik besucht. Die Klinik hat sich im Gegensatz nach unserem Reisebericht Nr 1 als wird diese sahen, massiv verbessert. Es sieht gut aus. Neue Türen, neue Decken, wirklich eine neue Welt; man bekam recht viel Geld vom Staat für die Instandstellung.
Ihm gaben wir div. Medikamente, mit grossem Glück kamen wir über die Grenze, denn Medikamente sind normal nicht einführbar, aber der Zoll hat uns wie mit Samthandschuhen behandelt. Auch gaben wir ihm div. Kleider. (Obwohl wir wissen, dass diese Ware nicht zu den Zigeuner geht, müssen wir da Ware geben, damit wir alle Unterstützung bekommen, vor allem hat er uns die Misstände div. Stellen gezeigt, wo er nicht erscheinen soll)
Auch am selben Abend noch ein Nachtessen mit ihm. Diverses diskutiert. Vor allem die letzten Aenderung durch die Wahlen. Ein Frust ist erkennbar, weil man immer noch viel zu wenig verdient. Immer wieder wird man auf die niedrigen Löhne der Aerzte aufmerksam gemacht
4. Diverses
Meeting mit Mistubishi Generaldirektor, der auch Chef ist vom Gewerbeverband Transkarpazien.
(Er hat Rene Badertscher angesprochen als wir unseren alten Volvo brachten um die Wisch-Wasch Anlage zu reparieren und er Rene Badertschers Auto seit Jahren betreut). Inhaber einer grossen Garage baut im Januar für 1,5 Mio. USD. Hat neues Grundstück gekauft 1 ha Land. Also ein Emil Frey der Ukraine.
Hier wurde diverses besprochen. Vom Verein KFKOK aus, ist hier das folgende Ziel zu verfolgen. Ca. 7% der Ukrainer sind steinreich. Viel Geld geht ins Ausland. Der Mann kennt viel, ist selber steinreich. Hier müssen wir erreichen, dass die Reichen auch ihren Armen helfen und nicht nur alles in die eigene Tasche erwirtschaften. Daran arbeiten wir, darum werden wir mit ihm Kontakt pflegen und sobald die Aliona verfügbar ist, ein Konzept erstellen, wie wir diese Leute erreichen, dass sie auch ihren Leuten helfen und nicht alle Hilfe nur vom Ausland kommen soll. Diese Arbeit werden wir intensiv aufnehmen, ohne Druck, ohne auf die Tränendrüsen derer zu drücken sondern eher, dass sie sich schämen, wenn sie sie darüber nachdenken, dass das Ausland Millionen bringt und sie selber ihrem Volk nicht helfen. Was wir hier erarbeiten, wird ein Beispiel auch für andere Regionen werden. ( Auf der Rückreise hörten wir in Österreich, dass die Tourismus Branche in Oesterreich um 20% stieg, vorwiegend durch Ukrainer und Russen. Der grosse Rückgang der deutschen Touristen störte das Bild gar nicht mehr. Also Geld ist da. Unser Ziel, KFKOK, ein kleiner Teil sollen die ihren eigenen mausarmen Leuten geben, doch das Vertrauen in den Staat ist so klein, dass man wohl Geld verdienen will, aber es nicht im eigenen Land weggeben will. Daran müssen wir auch arbeiten. Wir müssen uns aber auch etwas um derer Geschäfte kümmern, damit wir erkennen, was eigentlich dahinter steckt. Wie kann man in 15 Jahren so viel Geld machen, wenn man vorher kein Eigentum hatte? Wir wissen aber auch, dass es diese Reichen auch braucht, denn sonst passiert nämlich gar nichts in den Ländern, denn die Investoren vom Ausland trauen dem Land noch weniger zu als die reichen Ukrainer, weil die Behörden fast wöchentlich mit neuen Gesetzen kommt, die nur immer wieder ein Kopfschütteln wegen Unverständnis erzeugen können. Und dass diese mit vielen Fehlern behafteten Gesetze oft nur umgangen werden können, wenn man die untere Behördeschichten die ja auch nur 200 Euro Lohn haben, mit einem guten Sackgeld diese dummen Gesetze einfach nicht sehen, d.h. dafür die Augen schliessen. Das sind Probleme die wir unbedingt auch helfen müssen, dass es sich so verbessert, dass auch ein guter Mittelstand in dem Land kommen kann wie bei uns.)
Künstler Naum Repkin
Wir sassen im Hotel Transkarpazien unten im Cafe und haben gerade Aliona verabschiedet, weil sie zu ihrer Mutter dem Bus nach Rachiv, ca. 200 Km, fuhr.
Da wurde meine Frau von einer Russin Namens Irina angesprochen und es stellte sich heraus, dass sie bei uns in Safenwil war, nachdem wir den Konvoi nicht in die Ukraine brachten. Sie war zusammen mit einem berühmten Chirurgen aus Kiev bei uns in Safenwil, welcher dann viele Telefone machte für die Bewilligung und ihrem Schweizer Ehemann. Sie hat uns erkannt und sie war da um ihr Kind in die Schweiz zu holen. Sie ist mit einem Wasserspezialisten verheiratet (der ganz wichtig für KFKOK sein kann wegen dem Thema Trinkwasser, das wie Abwasser und Müll dazu gehört)
Sie hatte uns sofort von einem ukrainischen Freund erzählt. Er ist Künstler und hatte bereits an vielen Orten der Welt Ausstellungen mit Bildern. Immer geht der Erlös an behinderte Kinder der jeweiligen Ländern; zT. auch an behinderte Kriegsveteranen
Er lud uns am 30.12.2006 um 0830 zu ihm in sein Atelier ein, wo er uns alles zeigte und je ein Bild schenkte. Wir werden eine Einladung und Ausstellung seiner Kunstwerke annehmen.
Im gleichen Zuge aber auch überlegen, ob wir nicht in Uzhgorod ein Platz finden, dass er permanent seine Werke ausstellen kann, event. wo auch wir unsere Kleiderverteilung planen werden.
Aliona, Koordinatorin KFKOK neu Festangestellte
Da Alina ab Sommer 06 ein neuer Arbeitsplatz hatte, der sie viel mehr beschäftigt hat, haben wir mit ihr per Handschlag vereinbart, dass sie nun fest für den Verein KFKOK arbeitet.
Wir haben so viele Pendenzen, die nur gehen wenn wir eine Vollamtliche haben, die alles Kraft und Energie dafür einsetzt.
Wir denken, dass sie folgende Aufgaben übernehmen wird.
5. u.s.w
Zusammenfassung der Reise:
Wir waren sehr überrascht, dass sich in der kurzen Zeit so viel verändert hat. Wir stellten fest, dass die Regierung einige Notstände aufs massivste bekämpft und wahrscheinlich die Kritik auch von uns gar nicht so gerne hat und anstelle der Abwehr mit Maulkorb, dem so gegenübersteht, dass man will dass wir Veränderungen erkennen und die haben wir gesehenen.
Wir waren sehr erfreut die Klinik Serge so viel besser zu sehen.Tip top.
Wir waren erfreut, dass man uns total Ernst genommen hat und dem Romas persönlich die Spitalware gebracht hat, man mietete dafür ein Lastwagen, die eigene Kliniken hatten das Geld fast nicht zusammengebracht für den Treibstoff um die Ware selber abzuholen, aber dem Baron hat die Gesundheitsverwaltung den Lastwagen bezahlt!
Wir waren sehr erfreut, dass Kiev 2 Mio. Krifna und auch anders Geld Transkarpatien gibt. Der persönliche Eindruck, dass unsere Berichte, unser Einsätze ein Rolle spielten werden wir nicht los, eher noch, es spornt uns an. Denn wenn es so wäre, dann war unser Einsatz, der Einsatz vom MSV ein totaler Erfolg, denn das Ziel, dass durch die Aufdeckung der Misstände man sich schämt und es verbessern will und tut, ohne dass nur Geld aus dem Westen kommt, dieses Ziel hätten wir dann erreicht. Doch wir müssen weiter machen, noch mehr in Details gehen und eine grosse Breite erreichen, darum ist Aliona sehr wichtig, Darum werden wir die Idee mit dem Baron 2 Mehrzweckhalle etwas umgestalten. Nämlich anstelle dessen
Als erstes ein Gebäude organisieren in Uzhgorod das wir kaufen oder mieten, dann herrichten, mit folgendem.
Und Gestellen wo Wäsche gelagert wird. Die Verteilung erfolgt nach sep. Modell.
und stellen die Ärzte selber ein, wenn die Behörde die nicht zur Verfügung stellt.
Klar ist, wir müssen jetzt Leute daran arbeiten lassen, die ihr volles Engagement dafür einsetzen. Wir helfen, planen, bringen Ideen, aber umsetzen müssen wir vor Ort lassen, dass es nicht Wochen ruhig bleibt, wie es ab Sommer 06 bis Winter 06 der Fall war, weil wir, die Widmers mit Vietnam und Angola und dem Lehrlingsprojekt Schweiz, viele andere Pendenzen hatten . Was aber auch erkennbar war, ohne dass wir, als Motor „motoren“, geht gar nichts oder gar nicht viel. Dass das aber auch ohne unser permanentes dahinter stehen, auch weiter geht, müssen wir jetzt Regeln festlegen, Geld dafür zahlen aber es muss sich einfach etwas bewegen. Was aber besonders ist heute: Wir sehen Möglichkeiten, dass wir nicht mit Fördergelder und Spenden das Projekt finanzieren können, wir sehen Möglichkeiten, dass sich einiges selber finanziert und darum werden wir besonders mit grossem Interessen und viel Kraft noch intensiver an dem Projekt arbeiten.
Wenn wir das Rockbenefiz ansehen dann erkennen wir, dass wir enorm viel Aufwand hatten und schlussendlich etwas 1000.- Franken erwirtschaftet haben, für das, dass soviele gratis gearbeitet haben, dabei zahlten wir von unseren Firmen noch viele Reisespesen, u.s.w noch dazu. Im Gegenzug können wir, wenn wir gut arbeiten in unserem Geschäft aber weit mehr als CHF 1000.- pro Tag erreichen, aber wir müssen den Rücken frei haben, sonst erreichen wir es nicht, darum das Konzept 2007 soll viel Eigenständigkeit diverser Leute zur Unterstützung beitragen, dafür vielen Dank.
Danke an alle die mitmachten, Danke an die, welche mitmachen und jene, die uns auch sonst beistehen.
Iris & Hanspeter Widmer, Caroline, Jimmy und Sven
Obersumpstrasse 11
CH 5745 Safenwil
Tel 0041 62 7524861
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